Bericht u. Bilder von Evelyn
Bootstreffen auf Rügen
Schlauchboottreffen „Rund Rügen“ (11.-15.06.2026) Und sie fuhren doch! Keiner hatte mehr daran geglaubt! Nach Tagen sommerlicher Hitze Ende Mai schlug Anfang Juni die Schafskälte erbarmungslos zu und empfing die Clubmitglieder auf dem Campingplatz in Stahlbrode mit wechselhaftem Wetter, kühlen Temperaturen und Regenschauern. Zunächst ein großes Lob an alle, die sich teilweise schon vor Monaten zu dieser Veranstaltung angemeldet hatten oder später nachrücken konnten: keiner hat gekniffen, alle waren da! Die meisten der insgesamt 15 Einheiten waren, wie üblich, schon vor dem eigentlichen Veranstaltungstermin angereist, womit Campingplatz- Vizechefin Nadine Heller anfangs ihre liebe Mühe hatte, aber letztendlich für alle eine gute Lösung fand. Tatkräftig unterstützt durch Hafenmeister Christian fand auch jedes Boot einen akzeptablen Liegeplatz und die ersten Crews gingen bereits auf eigene Erkundungsfahrten, soweit das Wetter es zuließ. Das Revier um die Insel Rügen hat viel zu bieten und ist unkompliziert zu fahren, wenn man sich erst einmal mit den zahlreichen Regelungen in den Natur- und Umweltschutzzonen auseinandergesetzt hat. Nachdem Organisatorin Evelyn am Mittwoch eintrudelte, wurden abends in großer Runde der Wetterbericht und die Planungen für die Rundfahrt um die Insel Rügen diskutiert. Rund 120 Seemeilen, also über 200 km waren errechnet worden. Damit jeder Bootsführer über einen ausreichenden Vorrat an Kraftstoff verfügte, wurde der Donnerstag dazu genutzt, mit Georgs altbewährtem Daimler die Reservekanister noch einmal zu füllen. Als idealer Tag hatte sich nämlich der Freitag herausgestellt, an dem zumindest bis nachmittags das Wetter einigermaßen stabil bleiben sollte. Also früh raus, um die regenfreie Zeit zu nutzen! Um 07.30 Uhr waren tatsächlich alle auf den acht (von neun) Booten. Zunächst übernahm Eckhard mit Beifahrerin Evelyn die Spitze, nach alter Manier analog per Seekarte und Kompasskurs. Nach dem gut betonnten Strelasund und passieren des Greifswalder Boddens legte die Truppe kurz hinter Sassnitz vor dem Königsstuhl an den berühmten Kreidefelsen eine kurze Pause ein. Die Clubmitglieder gedachten hier Volker Kozian, dessen Urne dort im letzten Jahr in der Ostsee beigesetzt worden war. Wie gerne wäre er bei dieser Rundfahrt dabei gewesen! Das ruhige Wetter mit wenig Wind und Welle sorgte für eine flotte Fahrt und die für die Mittagspause angedachte Einkehr im Hafen Glowe war mit zehn Uhr eindeutig zu früh. Also weiter, denn nach und nach zogen am Horizont die für nachmittags angekündigten Wolken auf. Die Insel Hiddensee wurde deshalb nicht mit umrundet, sondern die kürzere, aber dafür anspruchsvolle Durchfahrt zwischen den beiden Inseln gewählt, wo eine schmale Fahrrinne besondere Aufmerksamkeit erforderte. Der geplante Abstecher in die Marina Neuendorf auf Hiddensee, wo eine Fischbrötchenbude zu einer kurzen Einkehr lockte, fiel ebenfalls ins Wasser, trotz bestehender Wünsche nach Toilettenpause und Nahrungsaufnahme. Die Mehrheit der Crews plädierte für die Weiterfahrt, denn der Ausgangshafen war schließlich nicht mehr weit. Bei Engelberts Boot stellte sich unerwartet ein Motorenproblem ein, was sich nicht auf die Schnelle lösen ließ. Wie immer wird niemand zurückgelassen, aber es waren nicht alle sieben Boote nötig, um Hilfe zu leisten. Rainer, Uwe und Rudi blieben bei Engelbert und Beate, um sie sicher bis in die Marina Stralsund zu geleiten, wo sich das Problem lösen ließ und einer unbeschwerten Weiterfahrt zum Heimathafen nichts mehr im Wege stand. Nach der Durchfahrt unter der Ziegelgrabenbrücke in Stralsund und einer flotte Weiterfahrt durch den Strelasund erreichten die vier anderen Crews den Hafen Stahlbrode bereits gegen 14 Uhr, und das zum Erstaunen der auf dem Campingplatz verbliebenen Personen. Mit einer so schnellen Rückkehr hatte niemand gerechnet, war doch im Vorfeld sogar darüber diskutiert worden, die Boote eine Nacht in einem geeigneten Hafen auf der halben Strecke liegen zu lassen und die Rundfahrt in zwei Etappen zu absolvieren. Wie gut, dass alle Alternativen besprochen worden waren und es sich dann so unerwartet positiv entwickelte. Im Hafen angekommen, wurden die Boote vertäut und erst einmal ein Anlegebier getrunken! In der Tat war es der einzige Tag in dem sehr knapp bemessenen Veranstaltungszeitraum gewesen, an dem die Fahrt so unbeschwert stattfinden konnte. An den nachfolgenden Tagen setzten Wind und Regen ein, der den ganz unerschütterlichen Crews allerdings nicht die Lust auf Ausfahrten vermieste und so organisierten sie sich untereinander, um den einen oder anderen Hafen anzulaufen und das Revier um Rügen kennenzulernen. Teilweise kamen auch die Fahrräder oder Motorroller zum Einsatz. Auf Initiative von Präsident Rainer, der die Veranstaltung wie gewohnt aufmerksam betreute und begleitete, fand am Sonntagabend ein gemeinsames Abendessen im Restaurant Hafen-Eck statt und Wirt Ralf Wenk sorgte sogar dafür, dass diejenigen, die es interessierte (fast alle!), das erste Deutschlandspiel der WM im Gastraum schauen konnten. Insgesamt war das Treffen, das ohne stringente Organisation und mit viel Eigeninitiative der Teilnehmer ablief, ein schönes und harmonisches Erlebnis und für die einen oder anderen trotz der widrigen Wetterverhältnisse ein angenehmer Urlaub im Kreise von Freunden, denn nicht nur auf dem Wasser stimmte die Seemannschaft, auch auf dem Campingplatz saß man gerne zusammen, um Erfahrungen auszutauschen oder neue Pläne zu schmieden. Nicht wenige verlängerten ihren Aufenthalt und genossen noch ein paar Tage in Stahlbrode an der Ostsee. Und letztendlich: Ziel erreicht! Rund Rügen hat geklappt. Sie waren mit dabei: Rainer und Bärbel mit Boot, Uwe und Kathrin mit Boot, Engelbert und Beate mit Boot, Rudi und Andrea mit Boot, Eckhard mit Boot, Rolf mit Boot, Manfred und Maria mit Boot, Andreas und Christine mit Boot, Walter und Hilde (weiteste Anfahrt aus Österreich!), Jürgen und Gisela, Peter und Hildegard, Georg und Elisabeth, Markus und Irina, Evelyn und Gertrud, Ludger und Christine mit Boot. Noch ein Wort zum Campingplatz. Chefin Gabriele Dörner mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Tochter Nadine Heller gaben sich alle Mühe, unseren Aufenthalt angenehm zu gestalten. Der naturbelassene Platz ist sehr gepflegt, die Stellplätze großzügig bemessen, Ver- und Entsorgung vorhanden und die Sanitäranlagen sauber und modern. Ein Besuch lohnt sich jederzeit, auch ohne Boot, denn man kann dort herrliche Fahrradtouren unternehmen oder einfach am Wasser entlangwandern. Es war schön mit Euch! Bis zu einem nächsten Wiedersehen. Evelyn